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DER INHALT

Eine ländliche Gesellschaft, repräsentiert durch den Chor - fünf SchauspielerInnen, ein Musiker.
Wir erkennen Franziska, die ehrgeizige Großbauernerbin

Ausgebildet zu allem was man braucht. / Bestanden mit Auszeichnung. / Landwirtschaftsschule. Auszeichnung. / Danach nix auf'n Bauernhof, nix Arbeit. / BWL und Rechnungswesen. Uni / Studiert. Auszeichnung. Großartig / (...) Beine unendlich / Auch sonst kann man sagen: / alle Symptome die eine Frau braucht. / und inhaltlich. Da sage ich nur: Auszeichnung. Auszeichnung

Georg, den Sohn des durch Selbstmord verstorbenen Büchsenmeisters

Die Vergangenheit war nicht sehr schön für mich
Nun geht's mir wieder besser (...)
Jetzt bin ich Anwalt, oder auch Manager, was du willst.

Gabriel, das angebliche Findelkind der Büchsenmeisterfamilie

Der Gabriel hat Träume. (...)
Immer geht's ums Schießen. Immer geht's um einen Schädel. Der fliegt weg in tausend Stücke. (...) Der Unterkieferteil der spricht zu ihm in jeder Nacht: Du bist schlecht, du gehörst ganz weg. (...) Du bist ein Bastard ohne wirkliche Berechtigung.

und schließlich Samiel, den Geist des verstorbenen Büchsenmachers.

Der Vater, der tote tyrannisch-depressive, sitzt den Söhnen im Nacken und quält sie noch aus dem Jenseits vor sich her. Durchs Leben.

Franziska wünscht sich ein Kindlein, ein Mädchen unschuldig, schön und rein. Und die Männer, die stehen bei ihr, dem fleischgewordenen Traum, ohnedies Schlange. Wen also auserwählen? Den pheromonalen Gabriel, das Vieh von Mann, den mit der saftigen Ausstrahlung des Außenseiters? Oder Georg, die Sandkastenliebe, die zarte Pubertätserfahrung, so g'scheit, so rücksichtsvoll und voller Frühlingsluft?

Georg!

Der Georg kann sein Glück kaum fassen: die Franzi, die Limousine, der Urlaub, die Dynastie, der erste Platz im Dorf. Das Lebensglück zum Greifen nah. Aber da ist der Probeschuss! Die Tradition, die vermaledeite. Den Probeschuss muss er erfolgreich absolvieren, will er sein Bild vom Glück verwirklicht sehen. Für eine Studierten, der seit Jahren kein Gewehr in der Hand gehalten hat, ein ernstes Problem. Er fragt seinen Bruder Gabriel um Rat. Den beißt die Eifersucht, die grausliche, ins Herz, hat er sich doch berechtigte Hoffnungen auf die gute Partie machen dürfen. Ein Plan, ein hinterhältiger muss her. Er weiht den Georg in die Kunst des Freikugelgießens ein. Alle treffen - jedes beliebige Ziel. Bloß zwei, die gehören dem Teufel und der lenkt sie wohin er will. Doch das sagt er dem Georg nicht...

Das Ziel ist klar: Die Frau! Der Aufstieg! Die Erlösung! Das Brüderpaar legt an:

Jetzt Schorschi. Du.
Mach es mir nach.
Dann bist du der erste Mann im Dorf.
Georg ist ganz locker.
Sieht die Sache entspannt.
Er weiß, er wird treffen.
Kann nicht anders sein. Geht gar nicht.
Er fühlt sich siegessicher.
Nur Gabriel weiß es besser.

DIE VORLAGE

Das schauerromantische Gespenstermärchen "Der Freischütz" aus dem Gespensterbuch von Apel und Laun (1810) bildet die Grundlage für die diesjährige Produktion der muunkompanie. Der Stoff diente bereits gleichermaßen erfolgreich Carl Maria von Weber und seinem Librettisten Johann Friedrich Kind als auch Robert Wilson, William S. Burroughs und Tom Waits als Quelle - damals für eine romantische Oper, dann für ein Musical.


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